BERLINS KOMMUNISTISCHE KANDIDATEN
Die Kandidatinnen und Kandidaten der DKP sind keine Berufspolitiker, sondern Gewerkschafter, Studierende und Rentner aus Berlin – Menschen, die nicht erst seit gestern kämpfen, ob im Betrieb oder auf der Straße, zuletzt in der Bewegung gegen die Wehrpflicht. Hier stellen sie sich vor. Wer sie persönlich kennenlernen und ihnen Fragen stellen möchte, kann am letzten Augustwochenende zu den Friedenstagen am Franz-Mehring-Platz 1 kommen.

Arnold Schölzel wurde 1947 geboren und wuchs in der Nähe von Bremen auf. 1967 siedelte er in die DDR über. Er ist promovierter Philosoph und arbeitete bis 1990 an der Humboldt-Universität. Seit 1997 leitete er das Feuilleton der Tageszeitung “junge Welt” und war von 2000 bis 2016 jW-Chefredakteur. Er schreibt für jW, für die Wochenzeitung der DKP “Unsere Zeit” und leitet die Monatszeitschrift “RotFuchs”.
Explodierende Mieten, steigende Lebensmittelpreise, horrende Heizungsabrechnungen – wer trägt die Verantwortung?
“Wer Milliarden Euro für die Aufrüstung verpulvert, für Waffenlieferungen an die Ukraine und an Israel, hat nichts mehr in der Staatskasse für Wohnungsbau, Kitas, Schulen, Gesundheitswesen oder Infrastruktur. Jeder “Leopard”-Panzer bedeutet Hunderte Wohnungen weniger, jeder atomwaffenfähige F-35-Bomber eine Hochschule weniger. Die Bundesrepublik ist ein Paradies für deutsche und US-Konzerne, die den Staat als Selbstbedienungsladen betrachten. Sie diktieren die Preise, erhöhen die Zahl der Armen und der Superreichen. Bezahlen müssen das wir alle.”

Olivia Schmitt ist 24 Jahre alt und Robotikingenieurin. Aktuell studiert sie Computer Engineering mit Schwerpunkt Kognition an der TU Berlin. Besonders wichtig sind ihr der Kampf gegen die Militarisierung der Jugend und der Frauenkampf. Für die DKP kandidiert sie auf Listenplatz 2 für das Abgeordnetenhaus in Berlin.
Wie will die DKP die Militarisierung der Schulen stoppen?
“Die Schülerinnen und Schüler sind es, die seit Monaten dafür kämpfen, dass die Bundeswehr nicht noch stärker die Gesellschaft beeinflusst. Sie gehen auf die Straße, um gegen die Wehrpflicht zu kämpfen. Wir als DKP unterstützen die Schulstreiks und wollen diesen Kampf gemeinsam weiterführen. Um nachhaltig gegen die Militarisierung der Schulen zu kämpfen, erinnern wir die Lehrkräfte an ihren Auftrag zur Friedenserziehung im Unterricht. Keine Offiziere an unseren Schulen und Hochschulen, keine Rekrutierung Minderjähriger für die Bundeswehr! Die Reichen wollen Krieg, die Jugend eine Zukunft!”

Rainer Perschewski ist 63 Jahre alt, Kaufmann und Sozialökonom. Seit 2002 lebt er in Neukölln und ist derzeit im Betriebsrat eines Bahnunternehmens aktiv. Neben seiner aktiven Arbeit mit und in der DKP setzt er sich als Gewerkschafter seit vier Jahrzehnten konsequent für die Interessen der Kollegen und Kolleginnen ein. Soziale Ungerechtigkeit in Deutschland ist der Antrieb für sein gesellschaftliches Engagement.
Warum braucht es einen kommunistischen Gewerkschafter im Berliner Abgeordnetenhaus?
“Weil Beschäftigte und ihre Interessen endlich eine konsequente Stimme brauchen. Ein kommunistischer Gewerkschafter kennt die Realität in den Betrieben und kämpft für gute Arbeit, starke Mitbestimmung und einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr. Er steht an der Seite der Kolleginnen und Kollegen – nicht der Lobbyisten. Für soziale Gerechtigkeit, Frieden und eine Politik, bei der die Bedürfnisse der Mehrheit wichtiger sind als die Profite weniger.”

Johannes Wullschläger ist 24 Jahre alt und studiert Psychologie an der Humboldt Universität. Außerdem arbeitet er bei einer Berufsgenossenschaft. Der Kampf um bessere Bildung sowie bezahlbare Kultur- und Freizeitangebote sind ihm ein Kernanliegen. Johannes lebt und engagiert sich in seinem Kiez in Johannisthal, wo er als Direktkandidat der DKP zur Wahl antritt.
Warum braucht Berlin einen jungen Kommunisten im Abgeordnetenhaus?
“Im Abgeordnetenhaus kuscheln die Parteien mit den Vertretern der Großkonzerne. Senatoren schieben ihren Parteikollegen Gelder zu. Von ihnen werden wir nicht gehört, wir müssen uns eine eigene Stimme geben. Wir brauchen eine Stimme gegen Kürzungen, eine Stimme der Schulstreiks gegen die Wehrpflicht, eine Stimme gegen den Mietwucher. Kurz: Wir brauchen eine Stimme der arbeitenden und lernenden Jugend! Die DKP stärkt die Stimmen der kämpfenden Jugend – auch über die Wahl hinaus.”
Rolf Meier ist 59 Jahre alt und lebt in Friedrichshain-Kreuzberg. Er ist gelernter Diplombiologe und arbeitet seit vielen Jahren als examinierter Krankenpfleger. Er hat in verschiedenen Bereichen der Berliner Pflegelandschaft gearbeitet, besonders aber im stationären Bereich von Kliniken. Seit mehr als 30 Jahren ist er politisch aktiv und auch organisiert, vor allem in der DKP. Darüber hinaus ist er in sozialen Bewegungen, Initiativen und Vereinen aktiv gewesen. Darunter für das Hans-Litten-Archiv und die Rote Hilfe.
Welche Lösungsansätze haben die Kommunisten für das Berliner Gesundheitswesen?
“Es geht um die Verwirklichung des sozialen Menschenrechts auf Gesundheit. Dazu gehört auch mehr Personal, bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen. Krankenhäuser gehören in staatliche Hand, unter demokratischer Kontrolle. Die Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung ist aufzuheben. In der Finanzierung macht nur eine einzige Krankenkasse für alle Sinn. Die paritätische Finanzierung muss wieder hergestellt werden. Wir brauchen eine integrierte wohnortnahe Versorgung, die endlich auch Prävention zum Normalfall macht.”
Axel Seelig kandidiert für die DKP im Bezirk Treptow-Köpenick. Hier könnte vieles wesentlich besser funktionieren, wenn dem Gemeinwohl und somit den Interessen der Mehrheit Vorrang eingeräumt werden würde! Es ist möglich, einen funktionierenden ÖPNV und einen kommunalen Wohnungsbau zu organisieren! Wir wollen zusammen mit den Menschen den Bezirk gestalten und verändern!
Warum nimmt die Militarisierung eine so zentrale Rolle im Wahlprogramm der DKP für Treptow-Köpenick ein?
“In Adlershof werden gezielt Start-Ups zur Entwicklung von Drohnen und anderer Kriegstechnik angesiedelt. Adlershof wird zum Rüstungsstandort und gefährdet damit die Sicherheit der Bevölkerung. Wir dürfen nicht zulassen, dass Deutschland Kriegspartei ist. Nur im Austausch mit allen Völkern und durch internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit können wir eine friedliche und zukunftsweisende Entwicklung erreichen!”
Samuel Vetter studiert im zweiten Semester Literatur und Philosophie an der HU. Er sagt: “Zur Politik bin ich gekommen, weil ich in meinem kurzen Leben bereits bemerken musste, daß sich die Lage hier in allen relevanten Bereichen verschlechtert: Bildung, Infrastruktur, Rente usf., ganz gleich wer regiert. Und nach außen führt die BRD Kriege in aller Welt. Die Systemfrage liegt für mich auf der Hand.”
Studieren in Berlin wird immer teurer – Miete, Lebenshaltungskosten, Studiengebühren. Warum ist das so?
“Studenten müssen im Durchschnitt über 600€ für ihre Miete ausgeben, hinzu kommen die gestiegenen Preise wie Semestergebühren. Die geplante Erhöhung des BAföG steht aus, wer weiß, ob sie je kommen wird. Viele müssen neben dem Studium arbeiten, was dazu führt, dass kaum ein Student in der Regelstudienzeit fertig wird. Aber die Politiker beklagen sich über Fachkräftemangel.”
Heinz Werner ist 71 Jahre alt und in seinem Kiez in Friedrichshagen ein bekanntes Gesicht. Als Taxifahrer ist er jeden Tag in Berlin unterwegs und kennt seine Bewohner. Für ihn steht der Kampf um eine Zukunft in Frieden im Vordergrund. Aufgewachsen in der DDR, ist es für ihn am wichtigsten, auch kommenden Generationen ein Leben ohne Krieg zu sichern.
Du fährst seit Jahren durch Berlin – wie hat sich die Stadt verändert?
“Berlin wird immer mehr zur Anlagemöglichkeit für die großen Banken und Konzerne. Alles, was mal dem Volk gehörte, wurde an private Investoren verscherbelt – den Preis zahlen wir alle. Als Ost-Berliner weiß ich: Eine andere Stadt war möglich. Eine, in der Wohnen kein Luxus war, eine, in der Orte wie das SEZ günstige Erholung boten, eine, in der die nächste Kaufhalle nah und die Waren bezahlbar waren. Ich kann nicht zu Hause sitzen und zusehen, wie meine Stadt vor die Hunde geht. Berlin muss eine Stadt sein, in der es sich leben lässt ohne ständige Furcht vor der nächsten Mieterhöhung!”
